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Flugreiseberatung

 

 

Concorde G-BOAC. Foto Eduard Marmet

Wenn einer eine Reise tut...

 

 Quelle Foto Concorde

 

Dann kann er was erzählen. Dies gilt sicher uneingeschränkt für Bahnreisen oder für Fahrten mit dem Bus. Aber Achtung! Sind Sie sicher, daß Sie fit genug sind, eine Reise mit dem Flugzeug anzutreten?

Vielleicht ist Ihnen nicht bekannt, daß Flugreisen für Menschen mit akuten oder chronischen Erkrankungen manchmal mit Risiken behaftet sind.

Bedenken Sie: im Fugzeug befindet sich eine Druckkabine, die einen übermäßigen Abfall des Sauerstoffes verhindert. Wenn es eine solche Druchkabine nicht gäbe, könnte kein Mensch eine längere Flugreise in den heute üblichen Flughöhen überstehen. Diese liegen bei modernen Verkersflugzeugen zwischen 10000 und 11000 Meter. In diesen Höhen reicht die Dichte der Luft nicht mehr aus, den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen.

Aus diesem Grunde ist die Kabine des Flugzeuges abgedichtet, das heißt: der Kabinendruck kann nicht unter einen bestimmten Wert absinken. Allerdings ist es aus technischen Gründen nicht möglich, einen Kabinendruck zu gewährleisten, welcher dem normalen Druck in Meereshöhe entspricht.

Der Kabinendruck in Reiseflughöhe entspricht vielmehr einem Luftdruck, welcher in ca. 2400m Höhe anzutreffen ist! Für gesunde Menschen stellt dieser erniedrigte Druck kein Problem dar.
Für Menschen mit Lungen -oder Herzerkrankungen kann dieser verringerte Luftdruck allerdings zum Risiko werden!

Wenn Sie zum Beispiel an einer chronischen Atemwegserkrankung (z.B. an einem Lungenemphysem oder einer "COPD") leiden, kann der erniedrigte Luftdruck in Reisehöhe des Flugzeuges dazu führen, daß der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, da die Kompensationsmechanismen des Körpers nicht mehr ausreichen , den verringerten Luftdruck auszugleichen und damit eine ausreichende Zufuhr des lebensnotwendigen Sauerstoffes zu gewährleisten.

Aber keine Angst, nur sehr selten muß von einem Flug abgeraten werden. Fragen Sie einfach nach, wenn Sie an einer chronischen Erkrankung leiden.
In den meisten Fällen dürfte ein Flug auch über viele Stunden kein Problem darstellen. Nur selten wird es nötig sein, die Fluglinie um Unterstützung zu ersuchen, zum Beispiel in Form einer Sauerstoffversorgung im Flug.

Bedenken Sie auch, daß nach Operationen (insbesondere im Bauchbereich), für einige Tage oder Wochen ein Flug mit erheblichen Risiken behaftet sein kann!

Aber nicht nur der verringerte Sauerstoff kann zum Problem werden. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, bedenken Sie, daß bei Flügen in Ost - oder Westrichtung, bedingt durch die Zeitverschiebung, der Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme, zumindest bei längeren Flügen (insbesondere bei Langstreckenflügen) angepaßt werden muß. Ganz wichtig ist diese Anpassung zum Beispiel bei Diabetikern.

Haben Sie auch daran gedacht, den Impfstatus zu überprüfen? Nicht nur bei Reisen in tropische Gebiete ist dies wichtig. So kann zum Beispiel schon eine Reise nach Bayern oder in das österreichische Burgenland eine Impfung gegen die durch Zecken übertragene sogenannte Frühjahr-Sommer-Meningoenzephalitis (Hirn/Hirnhauthautentzündung) sinnvoll machen.

Wenn Sie in Malariagebiete reisen (tropisches Afrika, Asien, indischer Subkontinent), welche Malariaprophylaxe ist sinnvoll oder notwendig? Gibt es Risiken durch "exotische" Infektionskrankheiten?

Bitte bedenken Sie, circa 15% der Reisenden in fremde Länder erleiden eine nicht unbedenkliche Erkrankung auf der Reise oder nach der Rückkehr. Im Zweifelsfalle gilt: Fragen Sie Ihren Arzt, ob Vorkehrungen sinnvoll oder sogar notwendig sind, wenn Sie sich auf eine Reise begeben, die außerhalb der Europäischen Gemeinschaft führt. Denn:
noch immer gilt:


Vorbeugen ist besser als Heilen!



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